Themen, die uns wichtig sind

Uns Bahrenfelderinnen und Bahrenfelder bewegen viele Themen. Zu einigen haben wir Texte verfasst.

Wohnen

Wo heute Trabrennbahn und Kleingärten liegen, sollen 4.500 Wohnungen für etwa 8.000 Menschen gebaut werden. Dafür will die Stadt das 125 ha große Gelände südlich des Volksparks an Investoren verkaufen. Gemäß dem Funktionsplan, der im Herbst 2024 vorgestellt wurde, gibt es drei Bauabschnitte:

  • Campusquartier mit offenen Blöcken (westlich August-Kirch-Straße)
  • Gartenquartier (östlich August-Kirch-Straße)
  • Naturquartier (nördlich Holstenkamp)

Nach Angaben der Science City GmbH vom Herbst 2024 sollten die Abschnitte sollen nacheinander zwischen 2030 und 2045 fertiggestellt werden. Etwa 56 % der damals vorgesehenen 3.800 Wohnungen sollten öffentlich gefördert werden (1.-3. Förderweg: bis 12,10 €, 2024) vergeben werden. 

Gemäß dem Hamburger Bewerbungskonzept für die Olympischen und Paralympischen Spiele wurde die Zahl der Wohnungen auf 4.500 erhöht. Wann die Gebäude fertiggestellt sein müssen, richtet sich danach, ob Hamburg den Zuschlag für die Spiele 2036, 2040 oder 2044 bekommt. Eine Übergabe aller Wohnungen in 2036 wäre enorm schwierig, eine Bereitstellung erst im Jahr 2044 würde dringend benötigten Wohnraum erheblich verzögern. 

In Bahrenfeld wird zur Zeit viel gebaut. Allerdings wurden 2021/20 keine Sozialwohnungen (1. Förderweg) errichtet (Senats-Drs. 22/4050, S. 5). Auch die aktuellen Bauvorhaben richten sich hauptsächlich an zahlungskräftige Kunden. Für eine 2-Zimmer-Wohnung muss man mindestens 900 € Miete zahlen.

Teurer Wohnraum löst nicht das Wohnungsproblem. Deshalb sollten die Grundstücke am Volkspark nur an Genossenschaften, städtische Wohnungsunternehmen und Baugemeinschaften vergeben werden.

Wann kommt die S-Bahn? 

Der Osdorfer Born solle endlich einen U-Bahn-Anschluss bekommen, erklärte 2015 der Senat der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH). Seitdem gab es zwei Machbarkeitsuntersuchungen (MBU) mit mehreren Trassenoptionen für U- oder S-Bahnen, die favorisiert und wieder verworfen wurden (s. Kasten Die Schnellbahn nach Bahrenfeld).

Die bisher letzte Wende gab es im Herbst 2025. Statt der S-Bahn soll nun die U-Bahn zum Osdorfer Born fahren. Die Begründung der Behörde für Verkehr und Mobilität ist auch für Bahrenfeld interessant: Eine Anbindung mit der S6 wäre erst ca. 2050 möglich. Der Senat geht nun davon aus, dass eine S-Bahn, die in Bahrenfeld endet, vom Bund gefördert wird. Der Nutzen/Kosten-Faktor liege über „1“. Dazu beitragen soll wohl die Verdichtung Neubaugebiets am Volkspark.

Weil die ÖPNV-Anbindung schon lange prekär ist und eine Schnellbahnanbindung in weiter Ferne liegt, hatte der Senat 2023 eine MBU für ein Hochleistungsbussystem in Auftrag gegeben. Sie liegt nun vor und kann im Transparenzportal eingesehen werden (Magistrale 2). Der Senat wird diese Option wahrscheinlich nicht weiterverfolgen, weil er die Kofinanzierung einer S-Bahn durch den Bund nicht gefährden will.

Quelle: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung

Die Schnellbahn nach Bahrenfeld

  • 2015: SPD und GRÜNE vereinbaren im Koalitionsvertrag den Anschluss des Osdorfer Born an das Schnellbahnnetz
  • 2019: Die Machbarkeitsuntersuchung (MBU) empfiehlt eine S-Bahn-Trasse von der Holstenstraße über Bahrenfeld zum Osdorfer Born
  • 2020: Bund und Hamburg wollen die S-Bahn-Gleise für die Linien über Dammtor in einen Verbindungsbahnentlastungstunnel (VET) legen. 
  • 2023: Änderung des Trassenverlaufs für die S6: Anschluss an den VET und Verschiebung in Höhe DESY („Erschütterungsgutachten“).
  • 2025: Der Senat will den Osdorfer Born an die U5 von Hagenbecks Tierpark anschließen. Dadurch könne der Born zehn Jahre früher an den ÖPNV angeschlossen werden. Die S6 ende damit an der Science City.
  • 2026: Von einer Olympia-Bewerbung erhofft sich der Senat, dass die S6 bereits 2040 bis zur Science City fährt. 

Holstenkamp

Dass der Holstenkamp verlängert und über den Altonaer Autobahndeckel geführt werden soll, ist beschlossene Sache. 

In einem „Letter of Intent“ von 2018 erklärten die Freie und Hansestadt Hamburg (FHH) und der Bezirk Altona, dass der Holstenkamp als Durchgangsstraße über den Altonaer Autobahndeckel geführt werden solle. Eine Kommunaltrasse nur für Busse und Radfahrer:innen im Bereich des A7-Deckels war lange ausgeschlossen worden. Die Standortanalyse Science City brachte Bewegung in die Sache. Dort steht auf der Seite 54: „Es ist … empfehlenswert, die in der Verkehrsuntersuchung von 2014 getroffenen Annahmen vor dem Kontext konkreter Nutzungsannahmen und neuerer Verkehrsentwicklungen im Koordinationsbereich zu prüfen und Planungsalternativen (wie z. B. die Freigabe des durchgebundenen Holstenkamp nur für Anliegerverkehre oder den ÖPNV) neu zu bewerten und dabei die Ergebnisse der aktuellen Bestandsaufnahme von 2020 einzubeziehen.“

Damit gaben Anfang 2023 die Gutachter von ARGUS der Bürgerinitiative Volkspark und vielen Anwohner:innen recht. Grundlage ist das Ziel des Senats, bis 2030 den motorisierten Individualverkehr (MIV) auf 20 % zu reduzieren (aktuell ca. 30 %). Ein massiver Umstieg setzt allerdings ein überzeugendes ÖPNV-Angebot voraus, beispielsweise durchgehende Busspuren und ein attraktives Angebot für Pendler. 

Olympisches Dorf in Bahrenfeld?

Dem Bewerbungskonzept für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 ist zu entnehmen, dass das Olympische Dorf am Südrand des Volksparks stehen soll. Dafür wurde das Büro COBE beauftragt, seinen Siegerentwurf „Wohnen am Volkspark“ von 2024 zu überarbeiten. Das Ergebnis: die 3.800 Wohnungen sollen nun alle westlich der Autobahn entstehen. Das Gebiet nördlich des heutigen Holstenkamps soll zunächst als Versorgungsfläche dienen und nach den Spielen mit weiteren 700 Wohnungen bebaut werden. Es ist somit eine Verdichtung vorgesehen. Die Bürger:innen-Beteiligung wird erheblich reduziert werden. Die Bautätigkeiten müssen so ausgelegt werden, dass die Fertigstellung des ganzen Komplexes kurz vor dem Termin für die Spiele liegt. Wahrscheinlich soll das Konzept für das Olympische Dorf auch ohne die Spiele umgesetzt werden.

Die Spiele seinen u.a. ein Booster für die S-Bahn-Anbindung, argumentiert der Senat. Das hieße, dass binnen acht Jahren (bis 2036) eine komplette S-Bahn ab Holstenstraße bis in die Science City gebaut wird – angesichts der bisherigen zähen Planung dieser Trasse schwer vorstellbar. 

Die beiden Fußballplätze an der Notkestraße stehen der Spielvereinigung Großflottbek ab sofort nicht mehr zur Verfügung. Als Ersatz soll der Verein zwei Großfelder am Volkspark erhalten, allerdings erst nach den Olympischen Spielen. Bis dahin müssen sie mit einem Sportplatz am Stiefmütterchenweg vorliebnehmen. 

Links

Science City GmbH (Wohnen am Volkspark)

https://www.sciencecity.hamburg/

Active City (Olympisches Dorf)

https://www.hamburg-activecity.de/

Starten:BahnWest! (S-Bahn S6)

https://www.starten-bahn-west.de/

Prellbock (Verbindungsbahnentlastungstunnel)

https://prellbock-altona.de/

Bahrenfeld auf Trab